Der Wärmeplan der Stadt Wesel liegt zur Einsicht vor!

Der Wärmeplan der Stadt Wesel liegt im endgültigen Entwurf vor. Sie haben im Zuge der Offenlage die Möglichkeit sich bis zum 15. Mai 2026 zu der Wärmeplanung zu äußern.

Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Wesel hat das Ziel, den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu beschreiben und die notwendigen Entscheidungen hierzu vorzubereiten. Die Wärmeplanung liefert eine belastbare Bestandsaufnahme, bewertet lokale Potenziale erneuerbarer Wärmequellen und zeigt auf, in welchen Bereichen der Stadt Wesel dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder eventuelle zentrale Wärmenetze voraussichtlich die bessere Wahl sind. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer in Wesel stellt die kommunale Wärmeplanung für die Wahl der zukünftigen Wärmeversorgung eine Orientierungshilfe dar, die keine rechtliche Verbindlichkeit für die jeweiligen Personen aufweist.

Die Analyse des Stadtgebiets zeigt, dass Wesel ein stark unterschiedliche Stadtstruktur mit dicht bebauten Innenstadtbereichen und weitläufigen Einfamilienhausgebieten aufweist, weshalb ein technologischer Mix zur Wärmeversorgung nötig ist. In den dicht bebauten Innenstadtbereichen und Quartieren mit hoher Wärmedichte können Wärmenetze eine relevante Rolle einnehmen, wobei dafür weitere Untersuchungen notwendig sind. In den locker bebauten Ortsteilen stellen dezentrale Wärmepumpen, auch mit Geothermienutzung, die wahrscheinlichste Wärmeversorgung dar. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das: Es gibt keine unmittelbare Verpflichtung aus dem Wärmeplan, wohl aber eine Orientierung, welche Technik in welchem Gebiet langfristig sinnvoll ist. Somit sollten die Eigentümer und Eigentümerinnen von Gebäuden, die jetzt eine Heizung erneuern oder die Erneuerung andenken, diese Planungen berücksichtigen. Für die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Wesel liefert der Wärmeplan konkrete Prüfgebiete, in denen u. a. vertiefende Machbarkeitsstudien, Überlegungen zur Wahl einer Betreiberform sowie Abfragen zu Anschlussquoten erforderlich sind. Die Potenzialanalyse zeigt auch die Potenziale des Rheinwassers, oberflächennaher Geothermie sowie der Abwassernutzung, die bereits durch die Stadtwerke Wesel näher untersucht werden, auf. Ebenso hat der Kreis Wesel Untersuchungen zur Nutzung von tiefer Geothermie durchgeführt. Hinsichtlich einer potenziellen Wasserstoffnutzung ist derzeit aufgrund fehlender Kosteninformationen und Verfügbarkeiten keine Aussage möglich, sodass dies ein Thema für die Fortschreibung des Wärmeplans darstellt.

Die Wärmeplanung ist weniger als ein fertiges Regelwerk zu verstehen, sondern als ein Fahrplan. Sie benennt Prioritäten, zeigt Handlungsfelder für energetische Sanierung, Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung und Netzplanung auf und fordert eine enge Kooperation aller Akteure. Es gilt den erworbenen Informationsfluss aufrecht zu halten, Beratungs- und Vernetzungsangebote anzubieten sowie die Möglichkeiten zur Erschließung der erneuerbaren Energien näher zu untersuchen, um in die Umsetzung zu kommen. Die Stadt wird die Fortschreibung des Wärmeplans sowie die Kommunikation mit den Beteiligten in den Prüfgebieten fortlaufend begleiten, damit die Wärmewende in Wesel sozial ausgewogen und wirtschaftlich tragfähig gelingt.

Den vorläufigen Endbericht können Sie hier einsehen:

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